Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt sich – zielgenaue Unterstützung erforderlich

„Die offizielle Arbeitslosenquote liegt im Februar bei 5,3 Prozent, das entspricht in etwa 2,4 Millionen Menschen. Lässt man die statistischen Tricks jedoch beiseite, sind es 3,2 Millionen Menschen, die in Deutschland tatsächlich arbeitslos sind. Erfreulich ist, dass sich die Zahl der gemeldeten Stellenausschreibungen wieder auf Vor-Corona-Niveau erholt hat. Das gibt Hoffnung auf eine leichte Entspannung am Arbeitsmarkt – allerdings nicht für die Menschen, die schon länger arbeitslos sind. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen macht nun besorgniserregende 40 Prozent aus. Das ist ein Anstieg um 10 Prozentpunkte bzw. um 37 Prozent im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie (März 2020)“, kommentiert Jessica Tatti, arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, den aktuellen Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit. Tatti weiter:
„Hauptursache dafür ist, dass Langzeitarbeitslose seltener aus der Arbeitslosigkeit herauskommen: Die meisten Austritte aus der Arbeitslosigkeit führen sie nicht in die Erwerbsarbeit (12 Prozent), sondern wesentlich häufiger in Rente oder längere Krankheitszeiten (knapp 50 Prozent). Besonders häufig sind ältere Arbeitnehmer sowie Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung langzeitarbeitslos.

Der Verfestigung von Arbeitslosigkeit muss dringend entgegengewirkt werden. Dazu brauchen Langzeitarbeitsarbeitslose bessere Chancen beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben. Die Zeit der Arbeitslosigkeit muss deshalb viel häufiger für zertifizierte Weiterbildungen genutzt werden. Auch sollte bei Arbeitgebern die Bereitschaft gesteigert werden, Langzeitarbeitslose einzustellen. Hierzu können Arbeitsagenturen und Jobcenter die Unternehmen individuell unterstützen, die passenden Bewerberinnen und Bewerber zu finden. Sie können zudem Förderungen anbieten, wie etwa Einstellungszuschüsse oder die Übernahme von Weiterbildungskosten. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter müssen im Interesse der Langzeitarbeitslosen diese Möglichkeiten jetzt endlich viel massiver nutzen.“


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